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Kriterien zur Festlegung eines Stop Loss (Verlustbegrenzung)

Ein Stop Loss ist eine vor dem Einstieg festgelegte Verlustbegrenzungslinie, die anhand objektiver Kriterien wie ATR oder einem Prozentsatz vom Höchststand festgelegt werden sollte, um emotionale Entscheidungen zu vermeiden.

Verfasst und geprüft von: der Margin Call Redaktion·Veröffentlicht: 2026-04-01·Zuletzt geprüft: 2026-04-28·Etwa 4–5 Min. Lesezeit

Was ist ein Stop Loss?

Ein Stop Loss ist ein im Voraus festgelegter Preis, bei dem man sich entscheidet, eine Position zu verkaufen und den Verlust zu realisieren, wenn der Kurs eines gehaltenen Wertpapiers unter ein bestimmtes Niveau fällt. Der Kern liegt im 'im Voraus'. Wenn man erst nach einem Kursrückgang über einen Verkauf nachdenkt, verzögert die Psychologie der Verlustvermeidung die Verkaufsentscheidung. Daher ist es prinzipiell wichtig, den Ausstiegspunkt vor dem Einstieg in Zahlen festzulegen.

Ein Stop Loss ist ein Instrument zur Kontrolle des maximalen Betrags, der bei einem einzelnen Trade verloren werden kann. Kauft man eine Aktie zu €100 und setzt den Stop Loss bei €90, ist das Risiko in diesem Trade auf €10 pro Aktie begrenzt. Durch die Festlegung einer solchen Untergrenze für Verluste kann verhindert werden, dass ein einzelner Fehler das gesamte Konto gefährdet.

Dieser Artikel ist ein Bildungsmaterial, das die Prinzipien des Stop Loss erläutert und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Wertpapiere darstellt. Da die geeigneten Kriterien je nach Markt und Wertpapier variieren, sollte man die Prinzipien verstehen und sie dann an die eigene Situation anpassen.

Die Methode des festen Prozentsatzes und ihre Grenzen

Die einfachste Methode besteht darin, einen festen Prozentsatz des Kaufpreises als Stop-Loss-Linie festzulegen. Wenn man einen Rückgang von 8% gegenüber dem Kaufpreis als Stop-Loss-Linie definiert, wird ein zu €100 gekauftes Wertpapier bei €92 verkauft. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Regel klar und für Anfänger leicht zu befolgen ist und dass die Verlustspanne konstant gehalten werden kann.

Diese Methode des festen Prozentsatzes hat jedoch den Nachteil, dass sie die Volatilität des Wertpapiers ignoriert. Wendet man denselben 8%-Satz auf einen Blue-Chip-Wert an, der sich normalerweise nur um 1-2% pro Tag bewegt, und auf einen Wachstums-Wert, der um mehr als 5% schwankt, kann bei volatilen Werten der Stop Loss bereits bei normalen Kursschwankungen ausgelöst werden, was zu unnötig häufigen Ausstiegen führen kann. Dies ist der Grund, warum eine Methode erforderlich ist, die die Stop-Loss-Spanne an die Volatilität anpasst.

ATR-basierter Stop Loss: Anpassung an die Volatilität

ATR (Average True Range) ist ein Volatilitätsindikator, der angibt, wie stark sich ein Wertpapier über einen bestimmten Zeitraum durchschnittlich pro Tag bewegt hat. Üblicherweise wird der 14-Tage-ATR verwendet. Wenn der ATR €3 beträgt, bedeutet dies, dass sich der Kurs in letzter Zeit durchschnittlich um etwa €3 pro Tag bewegt hat. Durch die Festlegung des Stop Loss als Vielfaches des ATR kann die spezifische Volatilität des Wertpapiers berücksichtigt werden.

Wendet man beispielsweise die Regel 'das 2-fache des ATR' auf ein Wertpapier mit einem Kaufpreis von €100 und einem 14-Tage-ATR von €3 an, so ergibt sich ein Stop Loss von €100 - (€3 × 2) = €94. Bei stabilen Werten mit einem kleinen ATR wird die Stop-Loss-Linie näher am Kaufpreis festgelegt, während sie bei Werten mit einem großen ATR weiter entfernt liegt, was unnötige Liquidationen bei alltäglichen Schwankungen reduziert.

Üblicherweise werden ATR-Multiplikatoren von 2 bis 3 verwendet, aber es gibt keine einzig richtige Antwort. Erhöht man den Multiplikator, verringert sich die Anzahl der falschen Stop-Loss-Auslösungen, aber die potenzielle Verlustspanne wird größer. Verringert man ihn, kommt es auch bei normalen Schwankungen leicht zu Ausstiegen.

Trendfolgender Stop Loss: Im Verhältnis zum Höchststand und gleitende Durchschnitte

Um ein profitables Wertpapier so lange wie möglich zu halten, ist es nützlich, die Stop-Loss-Linie nicht festzulegen, sondern sie dem Kursverlauf anzupassen. Ein typisches Beispiel ist der Trailing Stop, bei dem ein Verkauf erfolgt, wenn der Kurs um einen bestimmten Prozentsatz vom nach dem Einstieg erreichten Höchststand fällt. Bei einer 15%-Regel vom Höchststand würde ein Wertpapier, das von €100 auf €150 gestiegen ist, bei €127,50 liquidiert (15% unter dem Höchststand von €150), wodurch die Stop-Loss-Linie an den Höchststand gekoppelt wird und Gewinne schützt.

Gleitende Durchschnitte werden ebenfalls als Stop-Loss-Kriterium verwendet. Zum Beispiel wird verkauft, wenn der Schlusskurs den 20-Tage-Durchschnitt deutlich nach unten durchbricht. Da die Position gehalten wird, solange der Trend intakt ist, und erst bei einem Umkehrsignal ausgestiegen wird, passt dies gut zu Trendfolgestrategien.

Beide Methoden sind jedoch in Seitwärtsmärkten schwach. In Phasen ohne klare Richtung, in denen die Kurse schwanken, können häufige Liquidationen zu unnötigen Kosten führen. Daher sollten sie an die jeweilige Marktphase angepasst werden.

Kontrollieren Sie das Risiko nicht durch die Verlustspanne, sondern durch die Positionsgröße

Die Festlegung eines Stop Loss allein beendet das Risikomanagement nicht. Die eigentliche Kontrollvariable ist, 'wie viel Prozent des Kontos man bei einem Trade verlieren möchte'. Ein gängiger Standard sind 1-2% des Kontos pro Trade. Die Kaufmenge wird dann als 'Risikolimit ÷ Stop-Loss-Spanne' bestimmt. Wenn man bei einem Konto von €10.000 das Risiko auf 1% (€100) begrenzt und die Differenz zwischen Kaufpreis und Stop Loss €10 pro Aktie beträgt, dann beträgt die Kaufmenge €100 ÷ €10 = 10 Aktien.

Diese Formel führt zu dem Schluss, dass man bei Wertpapieren mit einer größeren Stop-Loss-Spanne weniger kaufen sollte. Denn wenn der Abstand zur Stop-Loss-Linie größer ist, muss die Menge reduziert werden, um dasselbe Risikolimit einzuhalten.

Wenn das Risiko auf diese Weise auf einen festen Prozentsatz begrenzt wird, schrumpft das Konto auch bei aufeinanderfolgenden Verlusten nur langsam. Selbst wenn man fünfmal hintereinander einen Stop Loss von 1% pro Trade erleidet, bleibt der Gesamtverlust bei etwa 5% und somit in einem wiederherstellbaren Bereich.

Häufige Fallstricke und Checkpunkte

Der häufigste Fehler ist, einen Stop Loss festgelegt zu haben, ihn aber zu verschieben, sobald er erreicht wird, mit der Begründung 'warten wir noch ein bisschen'. In dem Moment, in dem die Stop-Loss-Linie nach unten verschoben wird, wird die Stop-Loss-Regel unwirksam, und man gerät auf den typischen Weg, auf dem kleine Verluste zu großen Verlusten anwachsen. Ein Stop Loss ist nur eine Zahl auf dem Papier, wenn er nicht ausgeführt wird.

Ein weiterer Fehler ist, die Stop-Loss-Linie an einer offensichtlichen Stelle zu platzieren, wie direkt unterhalb einer allgemein sichtbaren Unterstützungslinie. Wenn sich Stop-Loss-Orders in diesem Bereich häufen, kann der Kurs leicht in eine kurzfristige Schwankung geraten, bei der er diesen Punkt berührt und dann wieder umkehrt. Durch einen kleinen Puffer unterhalb der Unterstützungslinie oder die Berücksichtigung einer ATR-basierten Distanz kann dieses 'Rauschen' reduziert werden.

Zusammenfassend sind drei Punkte zu überprüfen: Erstens, wurde der Stop Loss vor dem Einstieg als Zahl festgelegt? Zweitens, ist dieser Abstand im Hinblick auf die Volatilität des Wertpapiers angemessen (z.B. ATR, Prozentsatz vom Höchststand)? Drittens, wurde die Positionsgröße entsprechend der Stop-Loss-Spanne reduziert? Wenn diese drei Punkte ineinandergreifen, wird der Stop Loss nicht zu einer Angst, die Verluste vergrößert, sondern zu einer Regel, die das Konto schützt.

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⚠️ Dieser Inhalt ist eine allgemeine Information zur Anlagebildung und keine Anlageberatung von Margin Call. Anlageentscheidungen liegen in Ihrer eigenen Verantwortung.