Grundlagen des gleitenden Durchschnitts (MA)
Dieser Artikel erklärt, was die 5-, 20-, 60- und 120-Tage-Linien anzeigen, wie man Golden Cross und Dead Cross interpretiert und wo Fallstricke lauern.
Was ist ein gleitender Durchschnitt?
Der gleitende Durchschnitt (Moving Average, MA) ist ein Indikator, der den Schlusskurs über einen bestimmten Zeitraum mittelt und als Linie darstellt. Ein 5-Tage-Durchschnitt beispielsweise ist der Wert, der sich aus der Summe der Schlusskurse der letzten fünf Handelstage geteilt durch fünf ergibt. Jeden Tag, wenn ein neuer Tag hinzukommt, fällt der älteste Schlusskurs heraus und ein neuer kommt hinzu, wodurch der Wert aktualisiert wird. Daher der Name 'gleitend'.
Verbindet man diese Durchschnittswerte täglich als Punkte, entsteht eine glatte Kurve. Die Schwankungen einzelner Tage enthalten 'Rauschen', das durch die Mittelung ausgeglichen wird, wodurch der übergeordnete Preisverlauf, also der Trend, sichtbar wird. Dies ist der Grund, warum gleitende Durchschnitte als trendfolgende Indikatoren eingestuft werden.
Bedeutung der gleitenden Durchschnitte nach Perioden
Auf dem koreanischen Markt werden üblicherweise Perioden von 5, 20, 60 und 120 Tagen verwendet. Grob entsprechen 5 Tage einer Woche, 20 Tage einem Monat, 60 Tage einem Quartal und 120 Tage sechs Monaten an Handelstagen. Je kürzer die Periode, desto empfindlicher reagiert die Linie auf Preisänderungen und schwankt stärker; je länger die Periode, desto träger bewegt sie sich und zeigt langfristige Trends an.
Daher werden die 5- und 20-Tage-Linien für kurzfristige Handelsströme, die 60-Tage-Linie für mittelfristiges Angebot und Nachfrage und die 120-Tage-Linie zur Einschätzung der langfristigen Richtung über etwa sechs Monate verwendet. Auf dem US-Markt werden hauptsächlich die 50- und 200-Tage-Linien betrachtet, wobei das Prinzip der Unterscheidung zwischen kurz- und langfristig dasselbe ist, nur die Periodenzahlen sind anders.
Der einfache gleitende Durchschnitt (Simple Moving Average, SMA) gewichtet alle Schlusskurse gleich, während der exponentielle gleitende Durchschnitt (Exponential Moving Average, EMA) den jüngsten Schlusskursen eine höhere Gewichtung beimisst, um schneller zu reagieren. Es lässt sich nicht pauschal sagen, welcher der beiden immer besser ist; die Wahl hängt von der Art des Wertpapiers und der betrachteten Zeiteinheit ab.
Normale und invertierte Anordnung sowie Unterstützung und Widerstand
Wenn die gleitenden Durchschnitte von oben nach unten in der Reihenfolge 5 > 20 > 60 > 120 Tage angeordnet sind, spricht man von einer normalen Anordnung. Dass der kurzfristige Durchschnitt höher ist als der langfristige, bedeutet, dass die jüngsten Preise gegenüber der Vergangenheit gestiegen sind, was auf einen Aufwärtstrend hindeutet. Umgekehrt, wenn die Reihenfolge 120 > 60 > 20 > 5 Tage ist, spricht man von einer invertierten Anordnung, was ein Bild eines Abwärtstrends darstellt.
Gleitende Durchschnitte fungieren oft als Unterstützungs- oder Widerstandslinien. Wenn der Aktienkurs in einem Aufwärtstrend bis zur 20-Tage-Linie zurückfällt und dann wieder ansteigt, hat die 20-Tage-Linie als Unterstützung gewirkt. Wenn der Aktienkurs in einem Abwärtstrend an der 60-Tage-Linie abprallt und wieder fällt, wird diese Linie zum Widerstand. Dies ist jedoch nur eine Tendenz, und es gibt keine Garantie, dass der Preis genau an diesem Niveau stoppt.
Golden Cross und Dead Cross
Ein Golden Cross bezeichnet eine Kreuzung, bei der ein kurzfristiger gleitender Durchschnitt einen langfristigen gleitenden Durchschnitt von unten nach oben durchbricht. Wenn beispielsweise die 20-Tage-Linie die 60-Tage-Linie nach oben durchbricht, bedeutet dies, dass der jüngste Durchschnittspreis den mittelfristigen Durchschnitt überschritten hat, und wird als Signal für eine Trendwende nach oben interpretiert. Ein Dead Cross ist das Gegenteil, bei dem die kurzfristige Linie die langfristige Linie von oben nach unten durchbricht und als Signal für eine Trendwende nach unten angesehen wird.
Konkret: Wenn die 60-Tage-Linie bei €11.000 nahezu flach verläuft und die 20-Tage-Linie von €10.500 auf €11.200 ansteigt und die 60-Tage-Linie durchkreuzt, entsteht ein Golden Cross. Die Geschwindigkeit des Signals variiert je nach gewählter Periodenkombination. Daher werden 5-/20-Tage-Kreuzungen für den kurzfristigen Handel und 50-/200-Tage-Kreuzungen zur Beurteilung langfristiger Trends verwendet, je nach Zweck.
Ein wichtiger Punkt ist, dass gleitende Durchschnitte den Durchschnitt vergangener Schlusskurse darstellen. Kreuzungen sind daher nachlaufende Signale, die erst erscheinen, nachdem ein Trend bereits eine gewisse Zeit im Gange ist, und sie zeigen weder Böden noch Spitzen im Voraus an.
Fallstricke und Grenzen
Die häufigste Falle sind Fehlsignale (Whipsaws), die in Seitwärtsmärkten auftreten. Wenn der Aktienkurs ohne klare Richtung auf und ab schwankt, kreuzen sich die kurz- und langfristigen Linien mehrmals in kurzen Abständen, wobei sich die Signale chaotisch umkehren, z. B. ein Dead Cross direkt nach einem Golden Cross. Wer sich in einem unklaren Trend nur auf Kreuzungssignale verlässt, riskiert leicht Verluste.
Zudem sind gleitende Durchschnitte nachlaufende Indikatoren und reagieren daher in Phasen starker Volatilität verzögert. Wenn der Preis aufgrund plötzlicher negativer Nachrichten an einem Tag stark fällt, bewegen sich die Durchschnitte langsam, sodass ein Dead Cross möglicherweise erst erscheint, nachdem der größte Teil des Rückgangs bereits stattgefunden hat. In der Praxis werden sie daher oft mit anderen Indikatoren wie der Volumenanalyse oder dem RSI quergeprüft.
Es gibt auch keine 'richtige' Einstellung für die Perioden. Die 5-, 20-, 60-, 120-Tage- oder 50-, 200-Tage-Perioden sind weit verbreitete, konventionelle Zahlen, die an Bedeutung gewinnen, weil viele Marktteilnehmer sie gemeinsam betrachten, aber sie haben keine magische Wirkung an sich. Dieser Artikel dient der Erklärung von Prinzipien zu Bildungszwecken und empfiehlt keine spezifischen Handelsstrategien.
Wichtige Punkte
Gleitende Durchschnitte sind Trendindikatoren, die den Durchschnitt der Schlusskurse über einen bestimmten Zeitraum darstellen. Kürzere Perioden sind empfindlicher, längere träger. Eine normale Anordnung deutet auf einen Aufwärtstrend hin, eine invertierte Anordnung auf einen Abwärtstrend, und die Linien können auch als Unterstützungs- und Widerstandsniveaus fungieren.
Golden Cross (Aufwärts-Durchbruch der langfristigen Linie durch die kurzfristige Linie) und Dead Cross (Abwärts-Durchbruch) werden als Trendwechselsignale interpretiert, wobei zu beachten ist, dass beide nachlaufende Signale sind. Um Fehlsignale in Seitwärtsmärkten und Verzögerungen bei starken Schwankungen zu kompensieren, ist es hilfreich, sie in Verbindung mit Volumenanalyse und anderen Hilfsindikatoren zu betrachten.
Weiterführende Beiträge
Hol dir die App
Watchlist und Depot mit einem Tipp vom Startbildschirm — die Margin Call App
