Geografische Diversifikation — USA·KR·Schwellenländer
Dieser Artikel erläutert, wie man Vermögenswerte, die in einem einzigen Land konzentriert sind, auf die USA, Südkorea und Schwellenländer aufteilt, um Währungs- und Konjunkturrisiken zu reduzieren.
Was ist geografische Diversifikation?
Geografische Diversifikation ist eine Methode, Aktienvermögen auf mehrere Länder zu verteilen, um zu verhindern, dass die Gesamtrendite von den Konjunktur-, Politik- oder Währungsrisiken eines einzelnen Landes abhängt. Selbst in derselben Branche können die Aktienkurse unterschiedlich verlaufen, wenn die Unternehmen in verschiedenen Ländern gelistet sind, da Zinsen, Wechselkurse und Vorschriften variieren. Es reicht nicht aus, nur die Anzahl der Einzeltitel zu erhöhen; vielmehr muss die Anzahl der Länder, in denen man engagiert ist, erweitert werden.
Für koreanische Anleger ist dieses Thema besonders wichtig aufgrund des Home Bias, also der Tendenz, aus Vertrautheit ein übermäßiges Gewicht auf heimische Vermögenswerte zu legen. Während der Anteil Südkoreas am weltweiten Aktienmarkt im niedrigen einstelligen Bereich liegt, machen koreanische Aktien in vielen heimischen Portfolios mehr als die Hälfte aus. Dieser Artikel ist ein Lehrmaterial, das die Prinzipien zur Überprüfung dieses Ungleichgewichts behandelt.
Warum Diversifikation das Risiko reduziert — Das Prinzip der Korrelation
Der Kern des Diversifikationseffekts ist die Korrelation. Wenn sich zwei Märkte immer in die gleiche Richtung bewegen, liegt der Korrelationskoeffizient nahe bei +1, und die Volatilität wird durch die Mischung kaum reduziert. Je stärker die Bewegungen voneinander abweichen, desto niedriger ist der Korrelationskoeffizient, was dazu führt, dass ein Rückgang auf der einen Seite durch die Stabilität der anderen Seite abgefedert wird und die Schwankungen insgesamt milder ausfallen. Da verschiedene Länder unterschiedliche Konjunkturzyklen und Währungen haben, ist die Korrelation tendenziell gering.
Betrachten wir ein einfaches Beispiel. Angenommen, die jährliche erwartete Rendite von Aktien aus Land A und Land B beträgt jeweils 8 %, und die Volatilität (Standardabweichung) beträgt jeweils 20 %. Wenn der Korrelationskoeffizient 1 beträgt, bleibt die Volatilität bei einer 50:50-Mischung bei 20 %. Beträgt er jedoch 0,3, sinkt die Volatilität derselben Kombination auf etwa 16 %. Der Effekt der geografischen Diversifikation besteht darin, dass das Risiko reduziert wird, während die erwartete Rendite bei 8 % gleich bleibt.
Auch Wechselkurse sind Teil der Diversifikation. Wer US-Aktien hält, besitzt quasi Dollar-Vermögenswerte, sodass bei einer Schwächung des koreanischen Won (Anstieg des Won/Dollar-Kurses) Währungsgewinne einen Teil der Kursverluste ausgleichen können. Dies ist jedoch ein zweischneidiges Schwert, da es auch umgekehrt wirken kann.
USA·KR·Schwellenländer: Charakteristika der einzelnen Blöcke
Der US-Markt ist der größte nach Marktkapitalisierung und beherbergt viele große Unternehmen mit einem hohen Anteil an globalen Umsätzen, weshalb er als Kernblock dient, der breit an die Weltwirtschaft gekoppelt ist. Der US-Dollar wird in Krisenzeiten als sicherer Hafen bevorzugt, aber da die Bewertungen oft hoch sind, sollte der Einstiegspreis sorgfältig geprüft werden.
Der koreanische Markt ist aufgrund seines hohen Anteils an exportorientierten Industrien wie Halbleitern, Automobilen und Chemie empfindlich gegenüber der globalen Konjunktur und dem Handelsvolumen. Für heimische Anleger sind der einfache Zugang zu Informationen sowie Steuer- und Wechselkursvorteile von Vorteil, jedoch konzentriert sich das Engagement auf die Industriestruktur eines einzelnen Landes. Schwellenländer (emerging markets) bieten zwar hohe Wachstumserwartungen, weisen aber aufgrund politischer, währungsspezifischer und Liquiditätsrisiken eine hohe Volatilität auf.
Die Führungsposition unter diesen drei Blöcken wechselt je nach Konjunkturphase, und es ist schwierig, die zukünftigen Gewinner im Voraus zu bestimmen. Daher ist die Aufteilung auf mehrere Blöcke und die Verwaltung der Gewichtung der Ausgangspunkt für die Diversifikation.
Praktische Kriterien zur Festlegung der Gewichtung
Ein häufig verwendetes Kriterium ist die Marktkapitalisierungsgewichtung, d.h. die direkte Übernahme der Anteile am Weltmarkt. Nach diesem Kriterium machen die USA mehr als die Hälfte aus, während Südkorea im einstelligen Bereich bleibt. Es gibt auch viele Kompromisslösungen, die einen gewissen Home Bias zulassen und den Anteil Südkoreas etwas erhöhen. Man beginnt beispielsweise mit einer fiktiven Aufteilung wie USA 50 %, andere Industrieländer 20 %, Südkorea 20 %, Schwellenländer 10 % und passt diese dann an.
Die Gewichtung ist nicht einmalig festgelegt, sondern sollte regelmäßig angepasst werden. Wenn ein Block stark ansteigt, überschreitet sein Anteil das Ziel, und das Risiko konzentriert sich. Die Rückführung auf das Ziel ist das Rebalancing. Wenn das Ziel 50 % ist und der Anteil auf 60 % steigt, wird der Überschuss reduziert, um die weniger gestiegenen Blöcke aufzufüllen, wodurch die Disziplin entsteht, 'das Gestiegene zu verkaufen und das weniger Gestiegene zu kaufen'.
Als Umsetzungsinstrumente sind ETFs, die nationale oder regionale Indizes abbilden, praktisch. Sie ermöglichen es, ein Engagement in einem ganzen Block aufzubauen und mit wenigen Transaktionen zu diversifizieren, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen.
Häufige Fallstricke und Grenzen
Erstens: Was nach Diversifikation aussieht, ist es oft nicht. Selbst wenn man koreanische Large Caps und US-Technologiewerte zusammenhält, können beide in einer Krise gleichzeitig fallen, wenn sie an die globale Halbleiter- und IT-Konjunktur gekoppelt sind. Man sollte nicht auf die 'Anzahl' der Länder achten, sondern darauf, ob sich die Risikofaktoren überschneiden.
Zweitens: In Krisenzeiten nähert sich die Korrelation vorübergehend dem Wert 1 an. Märkte, die sich normalerweise unabhängig voneinander bewegen, fallen bei aufkommender Panik gemeinsam. Geografische Diversifikation ist daher ein Instrument zur Reduzierung der Volatilität in normalen Zeiten, aber kein Schild, das jeden Absturz verhindert. Kosten wie Währungsabsicherung und Kapitalertragsteuern auf ausländische Aktien schmälern ebenfalls die Nettorendite.
Drittens: Eine übermäßige Diversifikation erhöht die Verwaltungskosten und die Komplexität der Nachverfolgung. Wenn die Blöcke zu stark fragmentiert sind, wird das Rebalancing umständlich und es ist schwierig zu erkennen, welchen Risiken man ausgesetzt ist. Der Zweck der Diversifikation ist die Risikokontrolle, nicht die Anzahl der Titel.
Zusammenfassung und Checkpunkte
Geografische Diversifikation ist eine Strategie, Vermögenswerte auf Märkte mit unterschiedlichen Konjunkturzyklen und Währungen aufzuteilen, um die Korrelation zu senken und die Volatilität zu reduzieren. Der Kern liegt nicht in der Anzahl der Einzeltitel, sondern im Engagement in nicht überlappenden Risiken und in der Aufrechterhaltung der Gewichtung durch Rebalancing.
Es gibt drei Prüfpunkte: Ist der Anteil Südkoreas im Vergleich zum Weltmarktanteil nicht übermäßig hoch? Sind die Anlagen in anderen Ländern nicht an dieselben Branchen- oder Währungsrisiken gebunden? Wie stark weicht die aktuelle Gewichtung vom Ziel ab? Die konkrete Gewichtung wird entsprechend der individuellen Anlagedauer und Risikobereitschaft festgelegt.
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