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Liquiditätsgrad 2 (Current Ratio) – Bedeutung

Es ist ein Indikator für die kurzfristige Zahlungsfähigkeit, der zeigt, inwieweit ein Unternehmen seine innerhalb eines Jahres fällig werdenden Verbindlichkeiten mit Vermögenswerten decken kann, die innerhalb eines Jahres liquidiert werden können.

Verfasst und geprüft von: der Margin Call Redaktion·Veröffentlicht: 2026-04-01·Zuletzt geprüft: 2026-04-28·Etwa 4–5 Min. Lesezeit

Was ist die Current Ratio (Liquiditätsgrad 2)?

Die Current Ratio (Liquiditätsgrad 2) ist ein Indikator, der zeigt, inwieweit ein Unternehmen seine innerhalb eines Jahres fällig werdenden Verbindlichkeiten mit Vermögenswerten decken kann, die innerhalb eines Jahres in Bargeld umgewandelt werden können. Sie wird berechnet, indem die kurzfristigen Vermögenswerte in der Bilanz durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten geteilt und als Prozentsatz ausgedrückt werden. Kurzfristige Vermögenswerte sind Posten wie Bargeld, kurzfristige Finanzanlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte, die voraussichtlich innerhalb eines Jahres in Bargeld umgewandelt werden. Kurzfristige Verbindlichkeiten sind Schulden, die bald fällig werden, wie z. B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige Darlehen und innerhalb eines Jahres fällig werdende Schulden.

Dieser Indikator misst nicht die Rentabilität, sondern die 'kurzfristige Überlebensfähigkeit'. Selbst ein hochprofitables Unternehmen kann zahlungsunfähig werden, wenn es nicht über genügend Liquidität verfügt, um fällige Wechsel und Darlehen zu begleichen. Die Current Ratio dient als Sicherheitsnetz, das auf einen Blick die Liquiditätsreserve für einen reibungslosen Geldfluss aufzeigt.

Berechnung und Zahlenbeispiele

Die Formel ist einfach: Current Ratio (%) = (kurzfristige Vermögenswerte ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten) × 100. Wenn beispielsweise die kurzfristigen Vermögenswerte eines Unternehmens 30 Milliarden Euro und die kurzfristigen Verbindlichkeiten 15 Milliarden Euro betragen, liegt die Current Ratio bei (30 ÷ 15) × 100 = 200%. Das bedeutet, dass das Unternehmen für jeden Euro kurzfristiger Schulden 2 Euro an kurzfristigen Vermögenswerten besitzt.

Umgekehrt hat ein Unternehmen mit kurzfristigen Vermögenswerten von 12 Milliarden Euro und kurzfristigen Verbindlichkeiten von 20 Milliarden Euro eine Current Ratio von (12 ÷ 20) × 100 = 60%. Da für jeden Euro kurzfristiger Schulden nur 0,6 Euro an kurzfristigen Vermögenswerten vorhanden sind, ist es unwahrscheinlich, dass alle kurzfristigen Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres aus eigenen kurzfristigen Vermögenswerten gedeckt werden können. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass zusätzliche Kredite aufgenommen oder Vermögenswerte verkauft werden müssen. 100% entspricht der Gewinnschwelle, bei der kurzfristige Vermögenswerte und kurzfristige Verbindlichkeiten gleich hoch sind.

Interpretationskriterien: Woher kommen die 200%?

Traditionell werden 200% der Current Ratio als Richtwert für eine sichere Liquidität angesehen. Dies ist eine Faustregel, die aus einer konservativen Sicherheitsmarge resultiert: Selbst wenn Vermögenswerte wie Vorräte enthalten sind, die nicht sofort liquidiert werden können oder deren Buchwert nicht vollständig realisiert werden kann, können die kurzfristigen Verbindlichkeiten beglichen werden, wenn nur die Hälfte des Wertes erzielt wird. Liegt der Wert nur knapp über 100%, wird dies als kaum vorhandene Liquiditätsreserve angesehen.

Die 200% sind jedoch keine absolute Regel, sondern ein Richtwert. Unternehmen im Einzelhandel oder in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie mit schnellem Umschlag können auch mit 100-150% problemlos operieren, da Vorräte und Forderungen schnell zu Bargeld werden. Im Gegensatz dazu ist bei Branchen mit starken Konjunkturschwankungen oder Unternehmen mit hohem Risiko für veraltete Bestände selbst eine Current Ratio von 200% noch kein Grund zur Entwarnung. Ein Vergleich mit dem Branchendurchschnitt und der historischen Entwicklung des Unternehmens ist genauer als die Betrachtung des absoluten Wertes.

Praktische Anwendung: Zusammen mit der Quick Ratio (Liquiditätsgrad 1) betrachten

Die Schwäche der Current Ratio besteht darin, dass sie Vorräte, die am langsamsten in Bargeld umgewandelt werden können, in die kurzfristigen Vermögenswerte einbezieht. Um dies zu ergänzen, wird oft die Quick Ratio (Liquiditätsgrad 1 oder Acid-Test Ratio) herangezogen, die die Vorräte ausschließt. Ist die Current Ratio hoch, die Quick Ratio jedoch deutlich niedriger, ist dies ein Zeichen dafür, dass ein erheblicher Teil der Liquiditätsreserve in unverkauften Vorräten gebunden ist.

Betragen beispielsweise die kurzfristigen Vermögenswerte 30 Milliarden Euro, davon 18 Milliarden Euro Vorräte, so belaufen sich die liquiden Mittel (ohne Vorräte) auf 12 Milliarden Euro. Bei kurzfristigen Verbindlichkeiten von 15 Milliarden Euro beträgt die Quick Ratio dann 80%. Während eine Current Ratio von 200% sicher erscheinen mag, ist die Situation nach Quick-Ratio-Kriterien angespannt. Die gemeinsame Betrachtung beider Kennzahlen ermöglicht es, zwischen der 'Liquidität auf dem Papier' und der 'tatsächlich sofort verfügbaren Liquidität' zu unterscheiden. Dieser Artikel dient der Erläuterung von Kennzahlen zu Bildungszwecken und stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Wertpapiere dar.

Fallstricke und Grenzen

Eine höhere Current Ratio ist nicht immer gleichbedeutend mit einer besseren Situation. Ist der Wert übermäßig hoch, kann dies auch bedeuten, dass Bargeld und Vorräte nicht in das Geschäft reinvestiert werden, sondern brachliegen, was auf eine geringe Effizienz der Vermögensverwaltung hindeutet. Man sollte bedenken, dass Stabilität und Effizienz in einem Zielkonflikt stehen.

Zudem ist diese Kennzahl nur eine Momentaufnahme zu einem bestimmten Bilanzstichtag und anfällig für Bilanzkosmetik oder temporäre Anpassungen. Ein typisches Beispiel ist das sogenannte Window Dressing, bei dem kurzfristige Darlehen kurz vor dem Bilanzstichtag vorübergehend zurückgezahlt werden, um die Quote zu verbessern. Wenn Forderungen uneinbringliche Posten enthalten oder die Vorräte aus Ladenhütern bestehen, können die bilanzierten kurzfristigen Vermögenswerte über ihrem tatsächlichen Wert liegen. Daher ist es sicherer, nicht nur die Zahlen eines Quartals zu betrachten, sondern den Trend über mehrere Perioden zu analysieren und eine Kreuzvalidierung mit dem operativen Cashflow vorzunehmen.

Wichtige Checkpunkte

Die Current Ratio = kurzfristige Vermögenswerte ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten × 100, und sie zeigt, ob ein Unternehmen seine innerhalb eines Jahres fällig werdenden Schulden mit Vermögenswerten decken kann, die innerhalb eines Jahres liquidiert werden können. Üblicherweise werden 200% als Richtwert für eine sichere Liquidität angesehen, wobei jedoch die branchenspezifischen Besonderheiten und die Umschlagshäufigkeit zu berücksichtigen sind, da der angemessene Wert variieren kann.

In der Praxis werden drei Punkte zusammen betrachtet: Erstens: Überprüfung der sofortigen Liquidität mittels der Quick Ratio (ohne Vorräte). Zweitens: Betrachtung zusammen mit langfristigen Stabilitätskennzahlen wie dem Verschuldungsgrad. Drittens: Analyse des Trends über mehrere Perioden statt nur einer Momentaufnahme. Die Current Ratio ist ein Ausgangspunkt zur Messung der kurzfristigen finanziellen Leistungsfähigkeit eines Unternehmens, aber nicht die Schlussfolgerung selbst.

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⚠️ Dieser Inhalt ist eine allgemeine Information zur Anlagebildung und keine Anlageberatung von Margin Call. Anlageentscheidungen liegen in Ihrer eigenen Verantwortung.