Core-Satellite-Strategie
Eine Asset-Allokationsstrategie, die das Zentrum eines Portfolios mit kostengünstigen ETFs stabilisiert und einen Teil in Einzelaktien investiert, um Überrenditen zu erzielen.
Was ist Core-Satellite?
Die Core-Satellite-Strategie ist ein Ansatz zur Asset-Allokation, der ein Portfolio in zwei Schichten unterteilt. Der 'Core' (Kern), der den größten Anteil ausmacht, wird mit kostengünstigen Index-ETFs gefüllt, die den gesamten Markt breit abbilden. Der verbleibende kleinere Anteil, der 'Satellite' (Satellit), wird konzentriert in bestimmte Einzelaktien, Themen oder Sektoren investiert. Während der Core als Anker dient, der stabil die durchschnittliche Marktrendite abbildet, ist der Satellite der Satellit, der auf Renditen abzielt, die den Markt übertreffen.
Die Kernidee dieser Struktur ist, dass 'der Großteil der Vermögenswerte nicht versucht, den Markt zu schlagen, sondern den Markt einfach abbildet'. Indem der Bereich der aktiven Aktienauswahl auf einen Teil des Gesamtportfolios beschränkt wird, wird verhindert, dass das Scheitern von ein oder zwei Titeln das gesamte Portfolio zum Einsturz bringt. In den USA werden häufig S&P 500-ETFs als Core verwendet, während in Südkorea oft KOSPI 200- oder US-Index-ETFs als Core dienen.
Wie wird die Gewichtung aufgeteilt?
Es gibt keine feste Antwort auf die Frage nach dem Verhältnis von Core und Satellite; es wird je nach Risikobereitschaft des Anlegers festgelegt. Eine konservative Gestaltung verwendet häufig 80 % Core und 20 % Satellite, während eine aggressivere Gestaltung etwa 60 % Core und 40 % Satellite vorsieht. Wenn beispielsweise ein Gesamtvermögen von 10.000.000 Euro im Verhältnis 80 % Core und 20 % Satellite aufgeteilt wird, fließen 8.000.000 Euro in ETFs und 2.000.000 Euro in Einzelaktien.
Auch innerhalb des Satellite-Teils ist es üblich, nicht alles in eine einzige Aktie zu investieren. Wenn 2.000.000 Euro des Satellite-Anteils auf vier Aktien zu je 500.000 Euro aufgeteilt werden, beträgt der Verlust, selbst wenn eine Aktie um die Hälfte (-50 %) fällt, nur 250.000 Euro, was 2,5 % des Gesamtvermögens entspricht. Würden dieselben 2.000.000 Euro in eine einzige Aktie investiert und diese halbiert, betrüge der Verlust 1.000.000 Euro, also 10 % des Gesamtvermögens. Diversifikation funktioniert auch innerhalb des Satellite-Teils.
Warum ist diese Struktur sinnvoll?
Der kostensenkende Effekt des Core nimmt mit der Zeit zu. Vergleicht man einen Index-ETF mit einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 0,05 % mit einem aktiv verwalteten Fonds von 0,8 % pro Jahr, so akkumuliert sich ein Unterschied von 0,75 Prozentpunkten jährlich durch den Zinseszinseffekt. Allein durch die Bestückung des Core mit kostengünstigen ETFs wird langfristig ein nicht zu unterschätzender Kostenvorteil erzielt.
Gleichzeitig dient der Satellite als sicherer Bereich, um den Wunsch 'den Markt schlagen zu wollen' zu isolieren. Man setzt aktiv nur in Bereichen, in denen man sich bei der Analyse einzelner Aktien sicher ist, aber selbst wenn diese Wetten fehlschlagen, bewegen sich 80 % des Portfolios mit dem Markt. Es kann als eine Struktur betrachtet werden, die Zuversicht und Bescheidenheit gleichzeitig in einem Portfolio vereint.
Wie man es in der Praxis anwendet
Zuerst wird der Core festgelegt. Üblicherweise wählt man 1 bis 2 ETFs basierend auf breiter Marktexposition, niedrigen Gebühren und ausreichendem Handelsvolumen. Danach wird die Art des Satellite-Teils bestimmt. Dies können einzelne Qualitätsaktien, Sektor-ETFs wie Halbleiter oder Gesundheitswesen oder auch eine Exposition gegenüber bestimmten Regionen sein. Wichtig ist, dass sich der Satellite nicht zu stark mit dem Core überschneidet.
Während der Verwaltung ist ein regelmäßiges Rebalancing erforderlich. Steigt eine Aktie im Satellite-Teil stark an, wird ihre Gewichtung größer als beabsichtigt. Man kehrt dann zur festgelegten Zielgewichtung (z. B. 20 % Satellite) zurück und verschiebt einen Teil der Gewinne in den Core. Wenn der Satellite hingegen schwächelt und seine Gewichtung abnimmt, entscheidet man, ob man durch Zukäufe auffüllt oder die Einschätzung der Aktie selbst überprüft. Die Gewichtungsverwaltung ist gleichbedeutend mit Risikomanagement.
Häufige Fallstricke und Grenzen
Der häufigste Fehler ist, dass die Gewichtung des Satellite-Teils schleichend ansteigt. Wenn man gewinnende Aktien nicht verkaufen möchte und sie behält, wird das Portfolio irgendwann zu 50 % Core und 50 % Satellite. Es ist dann nur noch dem Namen nach ein Core-Satellite-Portfolio, tatsächlich aber ein auf Einzelaktien konzentriertes Portfolio. Wenn die Gewichtungen nicht regelmäßig überprüft und gemäß den Regeln angepasst werden, gehen die Vorteile der Struktur verloren.
Eine weitere Grenze ist, dass Core und Satellite denselben Risiken ausgesetzt sein können. Wenn der Core ein Index mit einem hohen Anteil an US-Technologieaktien ist und der Satellite ebenfalls aus US-Technologieaktien besteht, steigen und fallen beide gemeinsam. Es mag wie Diversifikation aussehen, ist aber tatsächlich eine Wette auf eine einzige Richtung. Echte Diversifikation entsteht nur, wenn man die Korrelation zwischen Core und Satellite bewusst berücksichtigt und gezielt unterschiedliche Charakteristika mischt.
Checkpunkte
Die Core-Satellite-Strategie lässt sich in einem Satz zusammenfassen: 'Den Marktdurchschnitt stabil sichern und nur in begrenztem Umfang Überrenditen anstreben.' Der Core wird mit kostengünstigen Indizes verankert, der Satellite setzt mit geringer Gewichtung nur in Bereichen, in denen Überzeugung besteht, und bei Abweichungen der Gewichtung wird durch Rebalancing korrigiert. Die Disziplin, den Satellite so zu verwalten, dass er den Core nicht untergräbt, entscheidet über den Erfolg dieser Strategie.
Dieser Artikel dient der Aufklärung und empfiehlt nicht den Kauf bestimmter Aktien oder Produkte. Die tatsächlichen Allokationsquoten und die Auswahl der Titel müssen von jedem Anleger selbst unter Berücksichtigung der individuellen Anlagedauer, Risikobereitschaft, Steuern und Transaktionskosten beurteilt werden.
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